Epilieren oder wachsen?

Eigentlich handelt es sich beim Wachsen auch um eine Art Epilation. Epilieren bedeutet nämlich generell, dass die Haare an der Wurzel ausgerissen werden. Es steht im Gegensatz zur Depilation, der Rasur, wobei die Haare an der Hautoberfläche abgeschnitten werden.

Um den Vergleich zwischen Epilieren und Wachsen anzustellen, wird hier von der Epilation mithilfe eines Elektrogerätes ausgegangen. Das Epiliergerät sieht ähnlich aus, wie ein Rasierapparat. Allerdings hat es keinen Schneidekopf mit Klingen, sondern eine rotierende Walze, an der mehrere kleine Pinzetten befestigt sind. Mithilfe der Pinzetten werden die Haare ausgezupft.

Beim Wachsen gibt es zwei Methoden. Entweder kommt heißes Wachs zum Einsatz, das mit einem Spachtel aufgetragen wird, festtrocknet, und anschließend mithilfe eines Stoffstreifens ruckartig abgezogen wird. Oder das Waxing findet mit Kaltwachsstreifen statt. Diese werden in der Hand erwärmt, aufgedrückt und ebenfalls auf einen Ruck abgezogen.

Epilieren oder wachsen: Was hält länger?

Da bei beiden Methoden die Haare an der Wurzel ausgerissen werden, hält die glatte Haut solange an, bis die ersten Härchen wieder nachgewachsen sind. Wie lange das dauert, ist unterschiedlich, denn die Geschwindigkeit des Haarwachstums ist nicht bei allen Menschen gleich. Auf jeden Fall halten beide Methoden länger als eine Rasur.

Wird das Epilieren nicht korrekt durchgeführt, kann es passieren, dass der Epilierer die Härchen nicht an der Wurzel ausreißt, sondern sie nur abreißt. Dann erscheint im ersten Moment die Haut glatt. Natürlich wachsen die abgerissenen Haare wesentlich schneller nach, als Härchen, die an der Wurzel entfernt wurden. In diesem Fall wäre die Epilation von kürzerer Dauer.

Wenn Sie jedoch die Gebrauchsanweisung Ihres Epiliergerätes genau durchlesen und sich genau nach den Vorgaben richten, müssten Sie mit dem Wachsen genauso lange Ihre Ruhe haben, wie mit dem Epilieren. Beides hält gleich lang.

epilieren oder wachsen

Epilieren oder wachsen: Was tut mehr weh?

Beim Schmerzempfinden scheiden sich die Geister. Es gibt Menschen mit einer sehr hohen Schmerztolleranz und Menschen, die nur wenig Schmerz aushalten. Da sowohl beim Wachsen, wie auch beim Epilieren die Haare ausgerissen werden, sind beide Methoden schmerzhaft.

Wachsen: Der große Unterschied besteht darin, dass beim Waxing eine relativ große Fläche auf einen Ruck enthaart wird. Das ist wie beim Abziehen eines Pflasters. Es ist ein kurzes Zähnezusammenbeißen und geht ganz schnell. Allerdings ist der Schmerz für diese kurze Zeitspanne natürlich schon heftig, denn, wie gesagt, es werden ja viele Haare gleichzeitig entfernt.

Epilieren: Beim Epilieren zupfen die Pinzetten des Epiliergerätes zwar auch mehrere Härchen gleichzeitig aus, aber es sind lange nicht so viel Haare aufeinmal, wie beim Wachsen. Das heißt, das Epilieren geht langsamer. Beim Epilieren lässt der Schmerz erst dann nach, wenn Sie das Gerät wieder von der Haut wegziehen. Um die gleiche Haarmenge wie beim Wachsen zu erwischen, brauchen Sie wesentlich länger. Das Epilieren tut also nicht mehr, aber länger weh.

Voraussetzung ist natürlich, dass Sie beide Methoden korrekt anwenden.

  • Wenn Sie den Epilierer falsch handhaben und dadurch die Härchen abreißen, statt auszupfen, kann das unter Umständen wesentlich schmerzhafter sein.
  • Aber auch das Wachsen birgt seine Tücken. Das Brazilian Waxing (mit heißem Wachs) tut dann mehr weh, wenn Sie das Wachs zu heiß auftragen oder zu lange trocknen lassen. Im ersten Fall verbrennen Sie sich die Haut und im zweiten Fall ziehen Sie kleine Hautpartikel mit ab.
  • Das Kaltwachsen wird dann schmerzhaft, wenn Sie mit den Wachstreifen nicht alle Haare auf einmal erwischen und an einer Stelle zwei-, drei- oder gar viermal enthaaren müssen. Dann ist die Haut so sehr gereizt, dass schon die kleinste Berührung wehtut.

Epilieren oder wachsen: Was ist besser?

Welche Methode der Haarentfernung die bessere ist, lässt sich natürlich auch nicht verallgemeinern. Es kommt in erster Linie darauf an, womit Sie persönlich besser klarkommen. Wenn Ihnen der Epilierer besser in der Hand liegt und Sie sich nach mehrmaliger Anwendung an das Ziepen gewöhnt haben, empfinden Sie die Epilation als die bessere Art.

Möchten Sie lieber einmal kurz die Zähne zusammenbeißen und mit einem einzigen Ruck eine möglichst große Fläche enthaaren, dann ist für Sie das Wachsen die bessere Methode. Generell haben beide Möglichkeiten der Haarentfernung ihre Vor- und Nachteile:

Epilieren: Vor- und Nachteile:

  1. Wenn Sie langsam arbeiten, hält sich der Schmerz in Grenzen.
  2. Sie benötigen keine Hilfsmittel außer dem Elektrogerät.
  3. Epilieren ist nicht zeitaufwendig und auch auf Reisen möglich.
  4. Bei empfindlichen Menschen führt es zu Hautrötungen und Hautentzündungen.
  5. Bei falscher Handhabung reißen Sie die Haare ab, statt aus. Das schmerzt und führt nicht zum gewünschten Erfolg.
  6. Der Schmerz ist länger anhaltend, da weniger Haare auf einmal erwischt werden.

Wachsen: Vor- und Nachteile:

  • Es werden sehr viele Haare auf einmal erwischt. Der Schmerz besteht in einem Ruck.
  • Wachsen ist zeitaufwendig. Das Wachs muss erhitzt und auf der richtigen Temperatur gehalten werden. Kaltwachsstreifen müssen Sie mit der Hand erwärmen.
  • Bei unsachgemäßer Handhabung verbrennen Sie die Haut, oder ziehen Hautteile mit ab. Wenn Sie nicht alle Haare erwischen, müssen Sie mehrfach enthaaren, was die Haut reizt.
  • Sie benötigen viele Utensilien: einen Topf, eine Hitzequelle, Wachs, Stoffstreifen oder mehrere Kaltwachsstreifen.

Weitere Infos über das Wachsen finden Sie auf der Seite: Haarentfernung mit Wachs

Hautpflege vor und nach der Enthaarung

  • Wärme öffnet die Poren: Um die Schmerzen bei der Haarentfernung so gering wie möglich zu halten, sollten Sie Ihre Haut vorbereiten. Nehmen Sie ein heißes Bad, duschen Sie warm oder legen Sie einen warmen Waschlappen auf die Stelle, an der Sie die Haare entfernen möchten. Durch die Wärme werden die Poren geöffnet und die Härchen lassen sich leichter herausziehen.
  • Haut gründlich reinigen: Damit das Epiliergerät besser greift oder damit das Wachs besser hält, reinigen Sie Ihre Haut vor der Haarentfernung gründlich mit einer Reinigungslotion. Es sollten keine Fett- oder Cremerückstände mehr vorhanden sein.
  • Haut muss trocken sein: Trocknen Sie die Haut vor der Anwendung von Epilierer oder Wachs gut ab. Dann greift das Gerät besser, beziehungsweise das Wachs haftet besser.
  • Haut kühlen: Um die gestresste Haut zu beruhigen, kühlen Sie die enthaarten Bereiche direkt nach der Haarentfernung mit einem Kühlakku oder einem Kühlhandschuh.
  • Kamille beruhigt die Haut: Ebenfalls beruhigend wirken aufgegossene Kamillenteebeutel oder die aufgeschnittenen Blätter der Aloe Vera.
  • Feuchtigkeit für die Haut: Nach der Epilation oder dem Wachsen benötigt Ihre Haut Nährstoffe und Feuchtigkeit. Verwöhnen Sie sie mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion.

Weitere Tipps und Pflegerezepte finden Sie auf der Seite: Nach dem Epilieren

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