Dreadlocks selber machen

Dreadlocks sind keine reine Modefrisur, sondern sie kommen ursprünglich aus Jamaika und Äthiopien, wo sie den Rastafari als ein Symbol für ihre Naturverbundenheit dienen. Anfänglich wurde die künstliche Löwenmähne als ein Zeichen der Auflehnung gegen die "weißen Unterdrücker" verstanden, denn Dreadlocks vertragen sich nicht mit der Ästhetik der Weißen.

Mit dem Glauben der Rastafari kamen auch die Dreadlocks nach Nordamerika und Europa. Schnell wurde die Frisur zum allgemeinen Symbol der Auflehnung. Und gerade weil verfilzte Haare auch heute noch viele Vorurteile aufwerfen, sind Dreadlocks bei Jugendlichen, die sich vom Gros absetzen möchten, besonders begehrt.

Selbstverständlich gibt es aber auch Dreadlocksträger, die sich aus reinem Modebewusstsein für diese Frisur entscheiden. Schließlich sind die Filzlocken häufig mit bunten Bändern und Perlen geschmückt und passen durch ihre fröhliche Aufmachung wunderbar zu einem lockeren Lebensstil oder zum Urlaubsgefühl mit Sonne, Strand und Wellenreiten.

Dreadlocks machen lassen oder selber machen

Wer sich für die Modefrisur entscheidet, hat die Qual der Wahl, seine Dreadlocks entweder selber zu machen oder sie sich beim Friseur oder im Afro-Shop machen zu lassen. Beide Methoden haben natürlich ihre Vor- und Nachteile:

Dreadlocks machen lassen:

  • Wenn Sie Ihre Filzlocken vom Fachmann stylen lassen, werden alle Dreads gleichmäßig und fest und Sie müssen sich nicht mit einem lockeren Ansatz herumärgern.
  • Außerdem kann Ihnen der Trend-Frisör viele wichtige Tipps zur Pflege Ihrer Filzlocken geben. Schließlich hat er Erfahrung und weiß am besten, was Sie beim Waschen und Trocknen der Löwenmähne beachten müssen.
  • Falls Sie kurze Haare haben, versteht es sich von selbst, dass Sie zumindest für den Hinterkopf Hilfe benötigen. Extensions in kurze Haare einzuhäkeln ist nicht leicht. Wenn Sie außerdem am Hinterkopf mit Spiegeln arbeiten müssen, wird das Unternehmen zur Qual.
  • Ein großer Nachteil beim machen lassen der Frisur ist der Preis. Weil die Dreadlocks viel Arbeit machen und viel Zeit in Anspruch nehmen, verlangt der Profi dafür nicht wenig Geld.
  • Auch ist es nicht immer einfach, herauszufinden, welcher Frisör Erfahrung hat mit den angesagten Styles. Wenn Sie einen unerfahrenen Friseur erwischen, halten die Filzlocken nur kurze Zeit und Sie haben viel Geld umsonst ausgegeben.

Dreadlocks selber machen:

  • Der größte Pluspunkt sind die geringen Kosten. Außer einem Nissenkamm, einer Häkelnadel und ein paar bunten Perlen benötigen Sie nur einiges an Zeit und Geduld.
  • Wenn Sie Ihre Modefrisur schließlich ganz alleine zustande gebracht haben, dürfen Sie zu recht stolz sein. Es ist ein tolles Gefühl, eine solch schwierige Aufgabe zur eigenen Zufriedenheit erledigt zu haben.
  • Leider dauert es natürlich viel länger, wenn Sie die Dreadlocks selber machen, als wenn Sie zum Fachmann gehen. Denn schließlich haben Sie keine Erfahrung und müssen sich erst einarbeiten. Außerdem lassen sich einige Stellen am Kopf nur mit einem Spiegel einsehen, was die Bearbeitung zusätzlich erschwert und verlangsamt.
  • Auch ist es sehr anstrengend mehrere Stunden die Arme nach oben zu halten um die Haare glatt zu ziehen und zu toupieren.
  • Und schließlich werden selbstgemachte Dreads stets weniger ordentlich, als der Frisör die Filzlocken machen kann.

Dreadlocks

Dreadlocks selber machen: Anleitung

Wer warten möchte, bis die Haare durch Nichtwaschen und Nichtkämmen von alleine verfilzen, wird sich wahrscheinlich Jahre gedulden müssen. Wenn Sie das Verfahren abkürzen möchten, verfahren Sie nach folgender Anleitung:

  1. Teilen Sie alle Haare (die übrigens trocken sein müssen) in Strähnen auf. Je dicker die Strähne umso dicker werden die Dreads.
  2. Nun müssen Sie sich Strähne für Strähne durcharbeiten. Schneller geht das, wenn Sie die Hilfe einer weitere Person in Anspruch nehmen.
  3. Nehmen Sie die Spitze einer Haarsträhne zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen Sie sie glatt.
  4. Beginnen Sie nun mithilfe eines Nissenkamms aus Metall circa zwei Zentimeter unterhalb des Haaransatzes mit dem Toupieren.
  5. Das heißt, Sie kämmen die Haare solange in Richtung Ansatz, bis sich kleine Knoten bilden. Dabei müssen Sie die Strähne immer wieder glatt ziehen.
  6. Arbeiten Sie sich auf diese Weise in Zwei-Zentimeter-Schritten voran, bis Sie bei der Haarspitze angelangt sind.
  7. So geht es dann Strähne um Strähne weiter, bis der gesamte Kopf mit Dreads versehen ist.
  8. Zum Schluss werden alle herausstehenden Härchen mit einer feinen Häkelnadel in den Dread gezogen.

Die leicht verständliche Video Anleitung oben zeigt ausführlich, Schritt für Schritt, wie Sie Dreadlocks selber machen können.

Dreadlocks: Pflege und Waschen

Um das Austrocknen und Verfilzen der Haare zu beschleunigen, waschen Sie sie am besten mit Kernseife, mit Salzwasser oder mit Kieselerde.

Waschen Sie Ihre Löwenmähne nicht allzu oft. Denn erstens fetten Dreadlocks nicht und zweitens schadet es der Frisur. Achtung: Wenn Sie die Filzlocken nach dem Waschen nicht vollständig trocknen, können Sie von innen heraus schimmeln!

Föhnen Sie die Dreads nach jedem Waschen möglichst heiß. Das fördert ebenfalls das Verfilzen.

Damit Ihre Modefrisur gepflegt aussieht, sollten Sie herausstehende Härchen immer mit einer Häkelnadel (Stärke 1 oder kleiner) in die Dreads ziehen. Das erfordert viel Arbeit, die sich aber lohnt. Denn mit jedem Häkeln werden die Filzlocken fester.

Dreadlocks Tipps

  • Wenn Sie Ihre Löwenmähne satthaben, und die Dreads wieder entfernen möchten, funktioniert das nur bei Filzlocken, die noch nicht allzu lange im Haar sind. Dann können Sie mit viel Geduld, vielen Haarwäschen mit Conditioner und einem Nissenkamm die Dreads mühevoll auskämmen.
  • Dreadlocks, die älter als zwei Jahre sind, lassen sich nicht rausmachen, sie müssen radikal abgeschnitten oder abrasiert werden.
  • Bedenken Sie, je dicker Ihre Haare sind, umso dicker werden auch die Filzlocken. Haben Sie dünne Haare ergibt das entweder dünne oder wenige Dreadlocks. Flechten sie sich vorher Ihre Haare zu vielen Zöpfen, um zu sehen, ob Ihnen das steht.
  • Nicht nur Frauen, sondern auch Männer lieben die Löwenmähne als Modefrisur. Damit der Übergang zu den längeren Rastalocken nicht so auffällt, ist es sinnvoll das Umstyling auf die Urlaubszeit zu legen.
  • Bevor Sie sich die Modefrisur zulegen, denken Sie daran: Eine gepflegte Löwenmähne erfordert viel Arbeit!
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